Flensburg. „Diabetes ist eine Volkskrankheit. Wenig bekannt ist, dass auch viele Kinder betroffen sind. Wir haben allein aus der Region Flensburg und Nordfriesland in den letzten acht Monaten 20 neuerkrankte Kinder diagnostiziert“, erklärt PD Dr. med. Michael Dördelmann, Chefarzt der Diako-Kinderklinik. „Die Zahl der Kinder, die an Diabetes erkranken, ist erschreckend hoch und in den letzten Jahren deutlich ansteigend“, ergänzt Dr. Cordula Burghoff, Internistin der Diabetes-Schwerpunktpraxis – dem Diabeteszentrum Flensburg.
Um Kindern und Jugendlichen in Flensburg die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen, haben die Diako-Kinderklinik und das Diabeteszentrum Flensburg – Dr. Cordula Burghoff, Dorothea von Carnap und Dr. Robert Winkler – eine enge Zusammenarbeit vereinbart. „Wir bieten eine Versorgung, die wohl einmalig ist in Deutschland“, sagt Thorsten Prümm, Verwaltungsdirektor der Diako.
Die enge Verzahnung der stationären und ambulanten Versorgung zeigt sich insbesondere beim Personal: So behandeln die Spezialisten (Diabetologen) der Diako-Kinderklinik die jungen Patienten nicht nur während ihres stationären Aufenthaltes, sondern betreuen sie auch anschließend ambulant gemeinsam mit den Ärzten im Diabeteszentrum in der Waldstraße weiter. „So ist eine personelle und inhaltliche Kontinuität der Behandlung gewährleistet. Es entstehen keine Lücken oder zeitlichen Verzögerungen in der Versorgung und Betreuung nach dem stationären Aufenthalt“, hebt Michael Dördelmann hervor. Das sei wichtig, um die Kinder und ihre Familien nach dem Krankenhaus-Aufenthalt nicht „allein zu lassen“, bedeute die Diagnose Diabetes doch eine enorme Umstellung. So müssen die Kinder und ihre Eltern lernen, das Insulin richtig zu dosieren und den Blutzuckerhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Zuckermessgerät und Insulinpumpe oder kleine Insulin-Spritzen gehören fortan zu den ständigen Begleitern.