Abb.: aus dem Ärzteteam der Medizinischen Klinik
Die Medizinische Klinik ist die größte Abteilung des Diakonissenkrankenhauses und behandelt jährlich 5000 stationäre Patienten mit Krankheiten der inneren Organe. Die Klinik verfügt über modernste Verfahren zur Diagnostik, Behandlung und Nachsorge. Das ambulante und stationäre Angebot reicht von der konservativen (zum Beispiel medikamentösen) Behandlung bis zu den so genannten interventionellen Eingriffen, d.h. minimal-invasiven Operationen ohne Narkose oder Schnitt. Die Schwerpunkte der Medizinischen Klinik sind Kardiologie (für Herzkrankheiten), Angiologie (für Gefäßleiden) und Nephrologie (für Nierenerkrankungen).
Eine Zentrale Notaufnahme (ZNA) mit Aufnahmestation, ein umfassender Funktionsbereich zur Erkennung internistischer Erkrankungen, ein optimal eingerichtetes Herzkatheterlabor mit zwei Herzkatheter-Anlagen, eine modern ausgestattete und erweiterte Intensivstation und Systeme zur Herzrhythmusüberwachung (Telemetrieplätze) auf einer kardiologischen Station ermöglichen eine sichere Patientenbetreuung, präzise Diagnosen und adäquate Behandlungen.
So wendet das Team der Medizinischen Klinik bei Angina pectoris (Brustenge) und Herzinfarkt zügig und professionell Ballonerweiterungen verengter Herzkranzgefäße mit Hilfe feinster Gefäßstützen (Koronarstents) an. Hierfür ist das Kardiologie-Team ist immer rund um die Uhr einsatzbereit. Zur Behandlung von Rhythmusstörungen setzen die Kardiologen der Medizinischen Klinik Herzschrittmacher, automatisch arbeitende Elektroschockgeräte (ICD, sog. Defi´s) oder Verödungsverfahren (Hochfrequenz-Ablation) ein. Herzschwäche durch Abnahme der Pumpleistung (unter 35%) der linken Herzkammer und zeitlich ungeordnete Herzarbeit (Linksschenkelblock), die weder mit Medikamenten noch durch Interventionen beherrscht werden kann, wird durch die Wiederherstellung des zeitlichen Ablaufes der Herzarbeit mittels Dreikammer-Schrittmacher (CRT) behandelt. Die unbeherrschbare Herzschwäche bei gleichzeitiger Nierenschwäche mit Beinschwellungen (Ödemen) wird mit einem neuen, in Flensburg mit entwickeltem System zur Entwässerung (Slow continuous ultrafiltration oder SCUF) von den Nephrologen der Medizinischen Klinik angegangen. Schlaganfällen im Zusammenhang mit offenen Verbindungen zwischen den Vorhöfen (offenes foramen ovale) wird durch Einsetzen von Schirmchen (PFO-Okkluder) ebenfalls minimal-invasiv verschlossen. Die Diagnostik und Behandlung anderer Gefäßerkrankungen mit Durchblutungsstörungen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Radiologen und Gefäßchirurgen der DIAKO.
In der Nephrologie erfolgt die Abklärung unklarer Nierenerkrankungen mit speziellem Ultraschallverfahren und ggf. mittels Nierenbiopsie. Patienten mit einem Akuten Nierenversagen werden auf den Intensivstationen betreut. In der DIAKO werden alle Dialyseverfahren angeboten. Eine umfassende Aufklärung über die verschiedenen Dialyseverfahren wird durchgeführt. Patienten, die eine Bauchfelldialyse wünschen, werden bei uns für die Heimbehandlung intensiv geschult.
Die Lipidapherese erhalten Patienten, die eine anders nicht behandelbare Fettstoffwechselerkrankung haben.
Die Plasmapherese und Immunadsorption wird insbesondere bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen zusammen mit der neurologischen Klinik durchgeführt.
Die Abklärung und Behandlung von Bluthochdruck ist ein weiterer Schwerpunkt. Die Untersuchung der Nierengefäße mittels farbkodierten Ultraschalls erlaubt die Diagnose von Verengungen der Nierenarterien meistens schon ohne eine Katheteruntersuchung. Eine Behandlung verengter Nierenarterien erfolgt in ausgewählten Fällen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Interventionelle Radiologie.
Neben der stationären Versorgung besteht die Möglichkeit der ambulanten Behandlung, Vor- und Nachsorge in den Sprechstunden für Nierenkranke einschließlich der Nierentransplantierten, für Patienten mit Herzschrittmachern, Defibrillatoren (ICD, Defi) und CRT sowie in der Sprechstunde für Privatpatienten mit inneren Krankheiten, insbesondere Herz-, Kreislauf- und Gefäßleiden. Außerdem finden individuelle Beratungen und Schulungen über vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen und gesunde Ernährung statt (Diätberatung).
Die 35 Ärzte und Oberärzte der Medizinischen Klinik und der Zentralen Notfallnahme arbeiten nach entwickelten Standards, die sich an Leitlinien von Fachgesellschaften anlehnen und die Flensburger Besonderheiten berücksichtigen. Diese Standards sind als Taschenbuch im Buchhandel verfügbar (Angewandte Internistische Standards, Ärzte-Verlag, Herausgebe: A. Machraoui) und auf unserer Homepage abrufbar. Pfade und Verfahrensanweisungen legen einheitliche Vorgehensweisen in Standardsituationen. Bewährt hat sich zur Entlastung der Ärzte die Übertragung delegierbarer Leistungen an Arzthelferinnen (Blutabnahmen, Dokumentationsaufgaben, Assistenz bei Punktionen etc.) sowie an klinische Kodiererinnen.
Die Weiterbildung von Assistenzärzten in Innerer Medizin, Allgemeinmedizin, in den Schwerpunkten Kardiologie, Angiologie, Nephrologie, Innerer Intensivmedizin und Notfallmedizin erfolgt nach festgelegten Inhalten und Rotationsplänen, auch in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner St. Franziskus Hospital. Besonders hervorzuheben ist das Einarbeitungskonzept für junge Ärzte und die Rotation in die umfassende, einjährige ganztätige Ultraschalldiagnostik. Darüber hinaus werden den Ärzten zahlreiche kontinuierliche interne und externe Fortbildungen angeboten.
Studenten im Praktischen Jahr (PJ) genießen in der Medizinischen Klinik die Vorteile eines ihnen zugeschnittenen Curriculums mit festgelegten Inhalten und Rotationen, die mit den übrigen Kliniken abgestimmt sind. Hervorzuheben sind neben der klinischen Ausbildung auf den Stationen und der Zentralen Notaufnahme sind Einführungen in die Sonographie und Echokardiographie und das neue Konzept der echokardiographisch geführten Herzauskultation. Ärzte und PJ-Studenten sind über eigene Handys stets erreichbar, um sie zur Durchführung von Eingriffen heranzuziehen.