Aktuelles und Myomembolisation

Langzeitstudien belegen: Embolisation ist geeignetes Verfahren bei Myomen.

 

Therapie besticht durch hohes Maß an Patientinnen-Zufriedenheit.

 

Bei Myombefall der Gebärmutter stellt die Entfernung des Organs noch immer das häufigste Therapieverfahren dar. Nach Angaben der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) wurden im vergangenen Jahr bei knapp 130.000 Patientinnen Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien) durchgeführt, wenn gutartige Veränderungen des Organs vorlagen. In Langzeitstudien konnte jetzt nachgewiesen werden, dass sich Myome mit der organerhaltenden Methode der Myomembolisation besser und mit geringeren Folgekomplikationen entfernen lassen und vor allem die Zufriedenheit der Patientinnen deutlich höher ist. Eine entsprechende Auswertung der Studien legte der Flensburger Radiologe Prof. Dr. med. Stefan Müller-Hülsbeck jetzt vor.

 

 

Langzeitergebnisse äußerst vielversprechend

 

"Die Parameter, mit denen wir den Erfolg der Uterusarterienembolisation (UAE) einschätzen, sind die technische Erfolgsrate, die Patientenzufriedenheit und die Zahl der Komplikationen während und nach dem Eingriff", erklärt Müller- Hülsbeck. In allen drei Punkten zeigt die UAE gute Ergebnisse. Müller-Hülsbeck verweist unter anderem auf eine englische Studie, in der an mehreren Kliniken 649 Embolisations-Patientinnen über einen Zeitraum von mehreren Jahren begleitet wurden. Die Vergleichsgruppe bestand aus 459 Frauen, die sich den Uterus operativ entfernen ließen. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die unmittelbare Komplikationsrate nach Embolisation mit 19 Prozent niedriger lag als im Vergleich zur Gebärmutterentfernung mit einer Komplikationsrate von 26 Prozent. Und weiter: 91 Prozent der Patientinnen, die sich organerhaltend behandeln ließen, würden die Embolisation empfehlen. Bei der Patientengruppe, die sich die Gebärmutter entfernen ließ, waren dies nur 85 Prozent. Auch andere Studien verfestigten das Bild, wonach die UAE zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden führt. Eine Multicenterstudie, die an 27 Krankenhäuser der USA unternommen wurde, zeigte bei den 1.278 teilnehmenden Frauen in der 3-Jahres-Kontrolle eine statistisch signifikante Besserung der Beschwerden und der Lebensqualität nach UAE.

 

 

Eine rasche Genesungszeit

 

Wie kommt es zu diesem hohen Maß an Patientinnen-Zufriedenheit? Neben der Wirksamkeit der Therapie nennt Professor Müller-Hülsbeck als wesentlichen Vorzug der UAE gegenüber operativen Verfahren die rasche Genesungszeit: "Die Frauen kommen am Mittwoch zum Eingriff in die Klinik, werden am Donnerstag entlassen und können am Montag wieder zur Arbeit gehen. Ob berufliche Verpflichtungen, die Haushaltsführung, aber auch sexuelle Aktivitäten kann die Patientin, wenn sie es möchte, sehr bald wieder aufnehmen."

 

 

Aufklärung ist gefragt

 

"Der nachhaltige Erfolg der UAE bestärkt uns in unserer Arbeit", so Professor Müller-Hülsbeck. "Es wird jetzt darum gehen, Patientinnen noch gezielter die Möglichkeit eines organerhaltenden Behandlungsweges aufzuzeigen und sie besser informieren. Aufklärungsarbeit werden wir auch im Kollegenkreis leisten müssen, wo die UAE bis heute als nur wenig anerkanntes und akzeptiertes Verfahren gilt."

 

 

Ein schonendes Verfahren

 

Myome sind gutartige Knoten, die sich an der Uteruswand oder im Uterus selbst herausbilden und bei den betroffenen Frauen schmerzhafte und lang  ndauernde Regelblutungen auslösen können. In Deutschland hat etwa jede dritte Frau Myome, in zwanzig Prozent der Fälle kommt es aufgrund der Größe und der Zahl der Myome zu Beschwerden. Seit einigen Jahren wird in Deutschland das Verfahren der Embolisation dieser Knoten angewandt. Der Operateur, zumeist ein Radiologie mit Schwerpunkt interventionelle Radiologie, führt über die Leiste der Patientin einen Katheter ein und gelangt zu den Gefäßen, die das Myom mit Blut versorgen. Mittels kleiner Partikel werden die Gefäße vor Ort emboliert, das heißt verschlossen - der Knoten ist von der Blutzufuhr abgeschlossen und vernarbt. Das Verfahren wurde erstmalig 1995 in Deutschland angewandt.

 

 

Quelle: Borgmeier Media Gruppe, Oktober 2008

Erfasst am: 06.10.2008

 




Prof. Dr. med. Stefan Müller-Hülsbeck