Medizinisches Leistungsspektrum
In der Klinik für Urologie können alle angeborenen oder erworbenen Erkrankungen der Nieren, Nebennieren, Harnleiter und Harnblase bei Erwachsenen und Kindern sowie die Prostata, Samenblasen und Genitalorgane beim Mann untersucht, diagnostiziert und medikamentös oder operativ behandelt werden. Neben den Stationen ist ein urologischer Funktionsbereich mit digitaler Röntgenanlage, diversen hoch auflösenden (3D)-Sonografiegeräten und moderner leistungsstarker Holmium-Laseranlage vorhanden. Neben den zentralen Schnittoperationssälen mit speziellen Laparoskopiemöglichkeiten befinden sich im Funktionsbereich drei Operationssäle für endourologische Eingriffe und ein umfangreich ausgestatteter videourodynamischer Messplatz. Ebenfalls besteht die Möglichkeit der extrakorporalen Steinzertrümmerung.
Besondere Versorgungsschwerpunkte
Besonders in der Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs hat sich die Klinik für Urologie der DIAKO einen weit über die Grenzen der Region hinausgehenden Ruf erworben. Patienten kommen aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland zu Untersuchungen und Behandlungen nach Flensburg. Zur Anwendung kommt hier ein neues Ultraschallanalysesystem für gezielte Gewebeentnahmen. Hierbei erlaubt der computergestützte transrektale Ultraschall (C-TRUS/ ANNA) eine Darstellung von tumorverdächtigen Arealen, die für das Auge nicht sichtbar sind. Chefarzt Prof. Dr. Tillmann Loch hat das Verfahren entwickelt und ist dafür mit dem Maximilian-Nitze-Preis (höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Urologie) geehrt worden.
Ein weiterer Schwerpunkt der DIAKO-Klinik liegt in den modernen Verfahren der so genannten Endourologie: Hierbei werden, bei Bedarf unter Einsatz eines Lasergerätes, Steine oder Geschwülste von Harnröhre, Prostata, Harnblase, Harnleiter und Nieren ohne den sonst üblichen Hautschnitt entfernt. Bei Nieren-, Harnleiter- und Harnblasensteinen kommen die modernen mobilen Stoßwellengeräte (Extrakorporale Lithotriptoren) zur Nierenstein-Zertrümmerung als Alternative zur operativen Steinentfernung zum Einsatz.
Ein neuer Schwerpunkt sind laparoskopische, minimal invasive Operationstechniken, besser bekannt als „Knopflochchirurgie“. Sie kommen mit minimalen Hautschnitten aus, und die Patienten können oft früher aus dem Krankenhaus entlassen werden.
Die onkologische Behandlung aller urologischen Organtumoren durch Operationen, Chemotherapie oder Immuntherapie bildet einen weiteren Versorgungsschwerpunkt der Klinik. Falls erforderlich, sind Strahlenbehandlungen in bewährter Kooperation mit der Strahlentherapie des St. Franziskus-Hospitals möglich. Hierzu zählt auch die „Low-Dose-Rate“-Brachytherapie (Seeds) bei Prostatakarzinom.
Darüber hinaus gehören plastisch rekonstruktive Eingriffe an Niere, Harnwegen und Harnblase zu den Aufgaben des Teams rund um Chefarzt Prof. Dr. Loch.
Für die Diagnostik und Therapie der Harninkontinenz des Kindes, der Frau und des Mannes stehen sämtliche Untersuchungs-Methoden einschließlich eines videourodynamischen Messplatzes zur Verfügung. Hierdurch können individuell auch minimal invasive Therapiekonzepte umgesetzt werden. In schwierigen, komplexen Krankheitsfällen ist zudem eine interdisziplinäre Zusammenarbeit im Sinne eines Kontinenzberatungszentrums möglich. Ein neuer Bereich ist die Männerheilkunde (Andrologie), hierfür wurde eine separate Sprechstunde eingerichtet.
Neben einer professionellen Hilfe und Betreuung finden individuelle Beratungen und Schulungen über vorbeugende Maßnahmen und Therapiekonzepte über das gesamte Spektrum der Urologie statt.