"Klimawandel und Seelische Gesundheit sind zwei zentrale Zukunftsthemen, die eng miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig beeinflussen.“
Ministerin Prof. Dr. Kerstin von der Decken übergibt den Fördermittelbescheid in Breklum
Breklum, 23. Oktober 2026. Die Psychiatrische Fachklinik der DIAKO Nordfriesland in Breklum erhält eine Förderung des Landes Schleswig-Holstein in Höhe von 1,8 Millionen Euro für die Verbesserung des Hitzeschutzes. Prof. Dr. Kerstin von der Decken, Ministerin für Justiz und Gesundheit, übergab den Fördermittelbescheid am Freitag persönlich in der Klinik. Mit der Förderung sollen die Fassade umgestaltet und ausgewählte therapeutisch und medizinisch wichtige Räume klimatisiert werden. Davon profitieren Patientinnen und Patienten ebenso wie die Mitarbeitenden.
„Diese Unterstützung ermöglicht es der Klinik, auf die zunehmende Hitzebelastung zu reagieren und die Behandlungs- und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern“, freut sich Geschäftsführer Torben Jürgensen. „Wir bedanken uns beim Land Schleswig-Holstein für die Förderung! Klimawandel und seelische Gesundheit sind zwei zentrale Zukunftsthemen, die eng miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig beeinflussen.“ Ein besonderer Dank gilt Ministerin Prof. Dr. Kerstin von der Decken, die sich bei ihrem Besuch über das Vorhaben und seine Bedeutung für die psychiatrische Versorgung vor Ort informierte.
Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken betont: “Schleswig-Holstein engagiert sich vielfältig für einen besseren Hitzeschutz. Zu den Maßnahmen auf den unterschiedlichen Ebenen zählen neben Aufklärung, Verhaltenshinweisen und Hitzewarnungen auch die Anpassungen von Gebäuden. Darauf legt auch die Krankenhausplanung der Zukunft ein besonderes Augenmerk. Mit den geplanten Hitzeschutzmaßnahmen der Psychiatrischen Fachklinik der DIAKO wird das Gebäude nachhaltig im Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Patientinnen und Patienten verbessert.”
Hitzeschutz unterstützt Behandlung und Prävention
„Hohe Temperaturen in den stationären Bereichen können Menschen, die sich in einer psychischen Krise befinden, zusätzlich belasten. Sie erschweren Erholung und Konzentration und können Anspannung und Gereiztheit verstärken. Auch für die Mitarbeitenden, die Patientinnen und Patienten durch Krisen begleiten, stellen überhitzte Räume eine erhebliche Belastung dar. Der Hitzeschutz ist deshalb für uns zugleich ein wichtiger Baustein der Gewalt- und Aggressionsprävention“, erläutert Chefärztin Dr. med. Güde Nickelsen.
„Eine Abkühlung durch geöffnete Fenster ist in den betroffenen stationären Bereichen nur eingeschränkt möglich. Je nach Krankheitsbild und notwendigen Schutzmaßnahmen scheidet ein Stoßlüften aus. Gleichzeitig tragen Sonneneinstrahlung, hohe Außentemperaturen sowie die Wärme von Personen und technischen Geräten zur Aufheizung des Gebäudes bei,“ so die Chefärztin.
Drei aufeinander abgestimmte Maßnahmen
Die Klinik setzt auf eine Kombination aus gezielter Kühlung und baulichem Sonnenschutz. Therapeutisch und medizinisch wichtige Räume sollen klimatisiert werden. Ein zentraler Bestandteil ist die Umgestaltung der Fassade mit vorgelagerten Photovoltaikelementen und begrünten Flächen. Diese sollen die direkte Sonneneinstrahlung auf die Gebäudehülle verringern. Eine Hinterlüftung ermöglicht zusätzlich, Wärme durch Luftaustausch abzuführen. Die Photovoltaikelemente erzeugen zugleich Strom, der für den Betrieb der Kühlgeräte genutzt werden kann.
Die Fassadenlösung bietet außerdem Vorteile bei der Umsetzung: Versorgungsleitungen für die Kühlgeräte können außen geführt werden. Dadurch lassen sich aufwendige Arbeiten innerhalb der Stationen und Eingriffe in den sensiblen Klinikalltag reduzieren. An ausgewählten Fenstern außerhalb der Nordseite sind zudem außenliegende Jalousien vorgesehen, die den Wärmeeintrag durch Sonneneinstrahlung reduzieren.
Das Vorhaben verbindet so gezielte Kühlung mit Maßnahmen, die das Aufheizen begrenzen. Mit der Förderung des Landes Schleswig-Holstein kann die DIAKO Nordfriesland damit einen wichtigen Schritt zu einer besser vor Hitze geschützten psychiatrischen Versorgung in Breklum gehen.
Bildunterschrift Bild 1: Ministerin Prof. Dr. Kerstin von der Decken (Mitte) informierte sich vor Ort über das Vorhaben und die Bedeutung für die psychiatrische Versorgung in Nordfriesland und übergab den Fördermittelbescheid an Torben Jürgensen (re.), Geschäftsführer der DIAKO Nordfriesland, und Dr. med. Güde Nickelsen (li.), Chefärztin der DIAKO Fachklinik (Fotos: Bauer).
Weitere Bilder: Die Klinik setzt auf eine Kombination aus gezielter Kühlung und baulichem Sonnenschutz, dazu gehören auch begrünte Flächen, eine Hinterlüftung der neuen Hitzeschutz-Fassade, Photovoltaikelemente und eine Klimatisierung zentraler Räume
(Visualisierung: Planungsring Mumm + Partner GbR)





